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Intelligenter Fahrtenschreiber: Funktionen, Vorteile und Fristen

Veröffentlicht am 10. Oktober 2026

Fahrerkarte und Fahrtenschreiberausdruck

Der intelligente Fahrtenschreiber ist die neueste Generation des digitalen Fahrtenschreibers. Neben Lenk- und Ruhezeiten zeichnet er per Satellitennavigation den Standort auf, ermöglicht eine Fernabfrage zur Früherkennung und verfügt über eine Schnittstelle zu intelligenten Verkehrssystemen. Er ist in der Verordnung (EU) Nr. 165/2014 geregelt und seit dem 15. Juni 2019 in der EU für neu zugelassene Fahrzeuge vorgeschrieben.

Es gibt zwei Versionen:

VersionIn der EU Pflicht für Neufahrzeuge seitWichtigster Unterschied
Intelligenter Fahrtenschreiber Version 1 (GEN II V1)15. Juni 2019Standortaufzeichnung, Fernabfrage zur Früherkennung, Schnittstelle zu intelligenten Verkehrssystemen
Intelligenter Fahrtenschreiber Version 2 (GEN II V2)21. August 2023Zusätzlich: automatische Aufzeichnung von Grenzübertritten sowie von Be- und Entladevorgängen

Dieser Beitrag erklärt auf Grundlage amtlicher Quellen, was der intelligente Fahrtenschreiber aufzeichnet, welchen Nutzen er Unternehmen und Fahrern bringt und welche Fristen in der EU und in Deutschland gelten.

Was zeichnet der intelligente Fahrtenschreiber auf?

Der intelligente Fahrtenschreiber erfasst einen Teil der Angaben, die Fahrer bisher von Hand eintragen mussten, automatisch und liefert neue Daten für Kontrollen.

FunktionWas sie leistetVersion
Standortaufzeichnung (GNSS)Zeichnet den Standort des Fahrzeugs zu Beginn und am Ende der täglichen Arbeitszeit sowie nach jeweils 3 Stunden kumulierter Lenkzeit automatisch aufV1 und V2
Fernabfrage zur Früherkennung (DSRC)Übermittelt den Kontrollbeamten per Funk eine begrenzte Anzahl von Ereignissen der letzten 10 Tage; danach wählen diese aus, welches Fahrzeug angehalten wirdV1 und V2
Schnittstelle zu intelligenten VerkehrssystemenErmöglicht die Übertragung der Fahrtenschreiberdaten über eine standardisierte Verbindung an externe Systeme wie Fuhrpark-SoftwareV1 und V2
GrenzübertritteZeichnet automatisch auf, wann das Fahrzeug eine Landesgrenze überquert; die Aufzeichnung wird in der Fahrzeugeinheit und auf der Fahrerkarte gespeichertNur V2
Be- und EntladevorgängeSpeichert die vom Fahrer eingegebenen Be- und Entladevorgänge mit Zeit und StandortNur V2

Die Fernabfrage ist ein Werkzeug zur Vorauswahl: Sie führt nicht automatisch zu einem Bußgeld, ein auffälliges Fahrzeug wird weiterhin am Straßenrand kontrolliert.

Vorteile des intelligenten Fahrtenschreibers

Der wichtigste Vorteil: Aufzeichnungen entstehen mit weniger manuellen Eingaben und sind zuverlässiger.

Für Unternehmen

  • Weniger manuelle Einträge: Standort und Grenzübertritte werden automatisch erfasst. Das verringert das Risiko von Fehlern und vergessenen Eingaben.
  • Einfacher Nachweis: Grenzübertritte und Be- und Entladevorgänge zeigen, wo gearbeitet wurde. Das erleichtert den Nachweis bei Kabotage und Entsendung von Fahrern.
  • Anbindung an Fuhrpark-Software: Über die standardisierte Schnittstelle lassen sich Fahrtenschreiberdaten leichter in Auswertungs- und Berichtssysteme übernehmen.

Für Fahrer

  • Weniger Handarbeit: Ein Teil der Länder- und Standorteingaben erfolgt automatisch.
  • Gezieltere Kontrollen: Die Fernabfrage hilft, Kontrollen auf auffällige Fahrzeuge zu konzentrieren.

Für Kontrolle und Sicherheit

  • Besser gegen Manipulation geschützt: Version 2 bietet einen höheren Schutz gegen Manipulation und bessere Software-Updates.
  • Fairer Wettbewerb: Eine wirksamere Kontrolle der Lenk- und Ruhezeiten schützt Unternehmen, die sich an die Regeln halten, und erhöht die Verkehrssicherheit.

Wer braucht einen intelligenten Fahrtenschreiber?

Jedes in der EU zugelassene Fahrzeug, das im grenzüberschreitenden Verkehr eingesetzt wird, muss inzwischen mit einem intelligenten Fahrtenschreiber Version 2 ausgerüstet sein. Die Fristen wurden schrittweise eingeführt:

DatumWas galt
15. Juni 2019Intelligenter Fahrtenschreiber Version 1 Pflicht für neu zugelassene Fahrzeuge
21. August 2023Version 2 Pflicht für neu zugelassene Fahrzeuge
31. Dezember 2024Fahrzeuge im grenzüberschreitenden Verkehr mit analogem oder nicht intelligentem digitalen Fahrtenschreiber mussten auf Version 2 umgerüstet werden
18. August 2025Fahrzeuge im grenzüberschreitenden Verkehr mit Version 1 mussten auf Version 2 umgerüstet werden
1. Juli 2026Leichte Nutzfahrzeuge über 2,5 t bis 3,5 t im grenzüberschreitenden Güterverkehr und in der Kabotage benötigen Version 2

Für Fahrzeuge, die ausschließlich im innerstaatlichen Verkehr eingesetzt werden, galten die Umrüstfristen nicht.

Hinweise für Deutschland: Das Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM) weist darauf hin, dass bei leichten Nutzfahrzeugen die zulässige Höchstmasse eines Anhängers mitzählt. Ausnahmen können sich aus Artikel 3 der Verordnung (EG) Nr. 561/2006 und aus § 18 der Fahrpersonalverordnung ergeben; ob eine Ausnahme greift, ist im Einzelfall zu prüfen. Unternehmen mit Sitz in Deutschland wenden sich bei Fragen an die zuständigen Verwaltungsbehörden der Bundesländer.

Checkliste für Fuhrparkbetreiber

  1. Fuhrpark erfassen: Für jedes Fahrzeug festhalten, welcher Fahrtenschreiber verbaut ist: analog, digital, intelligent Version 1 oder Version 2.
  2. Grenzüberschreitende Fahrzeuge prüfen: Jedes in der EU zugelassene Fahrzeug im grenzüberschreitenden Verkehr braucht Version 2.
  3. Karten prüfen: Ablaufdaten von Fahrer- und Unternehmenskarten im Blick behalten und neue Karten rechtzeitig beantragen.
  4. Daten regelmäßig herunterladen: Fahrerkarten und Fahrzeugeinheiten fristgerecht auslesen. Mehr dazu in unserem Beitrag zu den Fristen für das Auslesen der Fahrerkarte.
  5. Fahrer schulen: Eingaben zu Be- und Entladevorgängen und die Aufzeichnung von Grenzübertritten erklären.
  6. Transporter prüfen: Leichte Nutzfahrzeuge über 2,5 t im grenzüberschreitenden Verkehr sind jetzt erfasst. Mehr dazu in unserem Beitrag zur Tachographenpflicht 2026.

Alle Fahrtenschreiberdaten an einem Ort

Tachograph AI bündelt die Daten digitaler und intelligenter Fahrtenschreiber in einem Dashboard, wertet Lenk- und Ruhezeiten aus und erinnert an anstehende Auslesetermine. Geeignet für Fuhrparks jeder Größe.

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein intelligenter Fahrtenschreiber?

Die neueste Generation des digitalen Fahrtenschreibers mit Standortaufzeichnung per Satellit, Fernabfrage zur Früherkennung und Schnittstelle zu intelligenten Verkehrssystemen. Er ist in der Verordnung (EU) Nr. 165/2014 geregelt.

Was unterscheidet den intelligenten vom digitalen Fahrtenschreiber?

Zusätzlich zu allen Aufzeichnungen des digitalen Fahrtenschreibers erfasst er automatisch den Standort des Fahrzeugs und kann begrenzte Daten per Funk an Kontrollbeamte übermitteln. Version 2 zeichnet außerdem Grenzübertritte sowie Be- und Entladevorgänge auf.

Was bedeutet GEN II V2?

Die zweite Version des intelligenten Fahrtenschreibers. Sie ist in der EU seit dem 21. August 2023 für neu zugelassene schwere Nutzfahrzeuge vorgeschrieben und zeichnet Grenzübertritte automatisch auf.

Ist der intelligente Fahrtenschreiber Pflicht?

In der EU ist er seit dem 15. Juni 2019 für neu zugelassene Fahrzeuge vorgeschrieben. Jedes in der EU zugelassene Fahrzeug im grenzüberschreitenden Verkehr muss inzwischen Version 2 haben; für rein innerstaatlich eingesetzte Fahrzeuge galten die Umrüstfristen nicht.

Führt die Fernabfrage zu Bußgeldern?

Nicht allein. Sie ist ein Werkzeug zur Vorauswahl, mit dem Kontrollbeamte entscheiden, welches Fahrzeug angehalten wird; ein auffälliges Fahrzeug wird weiterhin am Straßenrand kontrolliert.

Wer stellt die Fahrerkarte aus?

Die zuständige Behörde des Mitgliedstaats, in dem der Fahrer seinen gewöhnlichen Wohnsitz hat. In Deutschland sind dafür Behörden der Bundesländer zuständig.

Amtliche Quellen